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Projekt NEPCO

Die Rolle nichtsprachlicher kognitiver Fähigkeiten bei der Verarbeitung von Negation bei Kindern

Kinder haben bis zum Alter von fünf oder sechs Jahren Schwierigkeiten, Verneinungen zu verstehen, und auch Erwachsene verarbeiten negative Sätze aufwändiger. Das Projekt untersucht, ob diese Schwierigkeiten damit zusammenhängen, wie sich bestimmte Denkfähigkeiten bei Kindern entwickeln. Hierzu werden deutschsprachige Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren und erwachsene Kontrollpersonen mithilfe von Verständnis-, Satzfortsetzungs- und Eye-Tracking-Experimenten untersucht.

Kinder haben bis zum Alter von fünf oder sechs Jahren Schwierigkeiten, Negationen (z.B. Das ist kein Hund) zu verstehen, und auch Erwachsene verarbeiten negative Sätze aufwändiger als affirmative (z.B. Das ist ein Hund). Das Projekt untersucht, inwiefern die Verarbeitung von negierten Sätzen mit kognitiven Fähigkeiten in Verbindung stehen. Im Mittelpunkt stehen die Rolle  der Fähigkeiten, das eigene Denken und Handeln zu steuern (exekutive Funktionen, EF), und der Fähigkeit, Gedanken, Gefühle und Absichten anderer Menschen zu verstehen (Theory of Mind, ToM).

Es wird geprüft, inwiefern EF beteiligt sind, um tatsächliche und nicht tatsächliche Sachverhalte gleichzeitig zu aktivieren und zu kontrollieren, und ob ToM-Fähigkeiten dabei helfen, zwischen tatsächlichen und nur vorgestellten oder möglichen Situationen zu unterscheiden und zu erkennen, was eine Person mit ihrer Äußerung sagen oder erreichen möchte und ob so pragmatische Schlussfolgerungen unterstützt werden. Untersucht werden einsprachig Deutsch aufwachsende Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren sowie erwachsene Kontrollpersonen.

In zwei Arbeitspaketen kommen verschiedene experimentelle Verfahren zum Einsatz, darunter Produktionsexperimente, Satzfortsetzungsaufgaben und Blickbewegungsmessungen. Diese Verfahren erfassen sowohl allgemeine Verarbeitungsbelastungen als auch spezifische Schwierigkeiten während der Verarbeitung negativer Sätze. Die Ergebnisse des Projekts tragen dazu bei, die Ursachen für die besonderen Schwierigkeiten bei der Verarbeitung negierter Sätze besser als bisher zu verstehen. Das Projekt ist Teil des Sonderforschungsbereichs Negation in Language and Beyond (NegLaB).

Kooperationen

Universität Tübingen umgesetzt, Projektleitung: Prof. Dr. Barbara Kaup

 

Ausgewählte Publikationen
  • Capuano, F., & Kaup, B. (2024). Pragmatic reasoning in GPT models: Replication of a subtle negation effect. In Proceedings of the 46th Annual Meeting of the Cognitive Science Society (p. 3953–3959).
  • Kati, L., Sabinasz, D., Schöner, G., & Kaup, B. (2024). Interaction of polarity and truth value: A neural dynamic architecture of negation processing. In Proceedings of the 46th Annual Meeting of the Cognitive Science Society (p. 1442–1448).
  • Lago, A., Schulz, P., Rinke, E., Oltrogge, E., Dudschig, C., & Kaup, B. (2025). Insensitivity to truth-value in negated sentences: Does linear distance matter? In Proceedings of the 3rd Experiments in Linguistic Meaning Conference (ELM 3) (p. 214–223). Linguistic Society of America.