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Projekt TROCHEE

Kanonische Trochäen in der Leseentwicklung

Das DFG-Projekt TROCHEE untersucht, wie Grundschülerinnen und -schüler das trochäische Grundmuster von Wörtern beim Lesen wahrnehmen und produzieren. In einer kombinierten Längs- und Querschnittsstudie werden Leseprozesse mit Fokus auf die Wortprosodie untersucht und weitere leserelevante Faktoren analysiert. Ziel ist es, die Rolle der Wortprosodie in der Leseentwicklung besser zu verstehen.

Gängigen Modellen des Schriftspracherwerbs zufolge durchlaufen Kinder im Leseerwerb eine schrittweise Entwicklung von kleineren Einheiten wie Buchstaben oder Buchstabenkombinationen zu größeren Einheiten wie Silben, Morphemen oder ganzen Wörtern. Richtiges und flüssiges Lesen erfordert jedoch auch, Wörter in Abfolgen von betonten und unbetonten Silben, den sogenannten Trochäen, zu gliedern. Obwohl die trochäische Grundstruktur ein Kernmerkmal deutscher Wörter darstellt, wird diese prosodische Einheit in Modellen zur Leseentwicklung nicht berücksichtigt. Das Projekt TROCHEE soll die Rolle des Trochäus im Leseerwerb genauer untersuchen. Wir möchten herausfinden, wann Kinder in der Lage sind, Wörter beim Lesen richtig in Trochäen zu gliedern, wie sich diese Fähigkeit in verschiedenen Lesekontexten entwickelt und inwieweit diese Fähigkeit die Leseentwicklung über die bereits etablierten sprachlichen und nicht-sprachlichen lese-relevanten Faktoren hinaus erklärt. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Modelle der Leseentwicklung in Bezug auf die Wortprosodie zu erweitern und die Wortprosodie als Teil der Lesedidaktik zu etablieren.

Ausgewählte Publikationen:
  • Bar-Kochva, I. (2013). What are the underlying skills of silent reading acquisition? A developmental study from kindergarten to the 2nd grade. Reading and Writing 26(9), 1417-1436. DOI: 10.1007/s11145-012-9414-3.
  • Bar‐Kochva, I. & Nevo, E. (2019). The relations of early phonological awareness, rapid‐naming and speed of processing with the development of spelling and reading: a longitudinal examination. Journal of Research in Reading 42(1), 97-122. DOI: 10.1111/1467-9817.12242.
  • Weber, C., Schöfl, M., Steinmair, G., Zepnik, S., & Grimm, A. (2024). Language abilities and phonological information processing mediate the association of spelling with bilingualism and socioeconomic status. Frontiers in Education. DOI: 10.3389/feduc.2024.1383421.