Projekt VULKAN
Vereinfachung und Leseausgabe von Kleists Erdbeben in Chili: Angebots-Nutzung einer Parallelversion
In dem Projekt wird das Leseverhalten von 14-/15-Jährigen untersucht, die einen Paralleldruck aus der Leseausgabe von Kleist und einer Version in einfacher Sprache lesen, die für dieses Projekt erstellt worden ist. Es soll durch die Studie herausgefunden werden, wie die Jugendlichen den Text lesen, ob sie beispielsweise die Option nutzen, zwischen der Leseausgabe und der Vereinfachung zu wechseln und somit vergleichend lesen.
Das Projekt VULKAN untersucht das Rezeptionsverhalten von 14/15-Jährigen bei der Lektüre eines Paralleltextes der Novelle „Das Erdbeben in Chili“ von Heinrich von Kleist dargeboten in einer Leseausgabe (LA) und in einer Version in einfacher Sprache, die für dieses Projekt erstellt worden ist. Mit Leseausgabe ist hier die ‚Originalversion‘ von Kleists Novelle „Das Erdbeben in Chili“ gemeint. Die geplante Online-Erhebung basiert auf einem Self-Paced-Reading-Paradigma. In der Erhebung sind beide Textversionen ausgeblendet. Durch Mausklick können die Jugendlichen entscheiden, welche der beiden Textversionen sie lesen möchten, die Leseausgabe in der linken Spalte oder die Vereinfachung in der rechten Spalte. Wenn die Jugendlichen z. B. die Leseausgabe gewählt haben, können sie durch Pfeiltasten von Abschnitt zu Abschnitt navigieren. Sie bleiben in der jeweiligen Textversion, bis sie sich für die jeweils andere entscheiden. Es soll durch diese Studie herausgefunden werden, wie die Schülerinnen und Schüler den Text lesen, ob sie bspw. die Option, zwischen der Leseausgabe von Kleist und der Vereinfachung zu wechseln und vergleichend zu lesen, nutzen. Vor allem der Einsatz in inklusiven Settings bietet sich an, da die Jugendlichen je nach Bedarf die Leseausgabe oder die Vereinfachung lesen und bei punktuell auftretenden Verständnisschwierigkeiten beliebig zwischen den Textversionen wechseln können. Da es bisher weder eine Parallelversion bestehend aus Leseausgabe und Vereinfachung noch empirische Studien zu deren Nutzungsweise gibt, stellt das Projekt ein Desiderat dar.

